Thema

Warten und Vertrauen

Wenn Gott zögert, schweigt oder anders antwortet, als wir es uns wünschen — was tun? Eine Reise durch biblische Wartezeiten, von Abraham bis Mose.

Das Hebräische kennt für „Warten" mehrere Wörter, und jedes erzählt eine andere Geschichte. Tikvah klingt nach gespanntem Seil. Hamtana nach Zeit, die fällt. Kawah nach einer Hoffnung, die sich nicht abnutzt. Warum macht die Bibel aus dem Warten überhaupt ein eigenes Vokabular?

Die Antwort liegt in dem, was Gott im Warten tut — und nicht tut. Abraham wartet 25 Jahre auf Isaak. Mose wartet 40 Jahre in der Wüste, bevor er als Befreier zurückkehrt. Israel wartet auf das Land, das es schon kennt, aber noch nicht hat. In jedem Fall ist die Wartezeit nicht Pause, sondern Werkstatt. Hier wachsen Glauben, Vertrauen und das, was die Bibel Bitachon nennt: das stille Wissen, dass Gott trägt.

Die Artikel in diesem Cluster gehen dem nach: Was geschieht wirklich, wenn wir warten? Warum lässt Gott Gebete unbeantwortet, oder antwortet anders, als wir es uns wünschten? Und was, wenn das Warten selbst schon Teil der Antwort ist?