Thema

Berufung und Verantwortung

Berufung fällt nicht vom Himmel. Sie liegt schon in dir — wartet darauf, gesehen zu werden. Wie biblische Figuren lernen, ihre Aufgabe zu finden.

Die Bibel kennt keinen Karriere-Begriff. Sie kennt aber ein hebräisches Wort, das vieles davon trifft: schaliach, der Gesandte. Wer berufen ist, ist beauftragt. Es geht weniger um Selbstverwirklichung als um eine Aufgabe, die jemand anderes setzt und die genau zu dem passt, was schon in dir liegt.

Bezaleel — sein Name heißt „im Schatten Gottes" — wird namentlich von Gott zum Künstler berufen. Juda, der eigentliche Außenseiter unter den Brüdern, wächst durch Schuld und Reue in eine Verantwortung hinein, die kein anderer hätte tragen können. Die Söhne Korachs, deren Vater rebellierte, entscheiden sich anders und werden zu Tempel-Sängern. Berufung in der Bibel ist nicht Talent plus Selbstmarketing. Sie ist die Antwort auf eine Frage, die Gott stellt.

Diese Artikel folgen den Spuren von Menschen, die ihre Aufgabe gefunden haben — manchmal über Umwege, manchmal gegen den eigenen Widerstand. Und sie fragen: Was ist dein Auftrag, jenseits dessen, was du selbst dir ausgesucht hättest?