Murren oder beten? Was Israel in der Wüste lernen sollte

In der Torah-Wochenlesung Beschallach (2.Mo 13,17 – 17,16) begegnen wir einem spannenden, wiederkehrenden Bild.

Zunächst ein kleiner Rückblick: Das Volk Israel – eben noch ein versklavtes Volk, das nicht eigenständig und selbstverantwortlich leben konnte – ist nun frei. Es macht sozusagen die ersten eigenen Schritte. (Ich muss dabei an ein Kind denken, das beginnt, Laufen zu lernen.)

Murren oder beten? Was Israel in der Wüste lernen sollte

Und Gott ist es, der seinem Volk das Laufen beibringt. An seiner Hand führt er es aus Ägypten in die Wüste. Damit beginnt das Training: Wie lebt man als eigenverantwortliches Volk – dazu noch als Volk Gottes?

Fünf Stationen, eine Lektion

Direkt am Anfang versucht Gott, dem Volk eine der wichtigsten Eigenschaften beizubringen. Und dafür führt er es in herausfordernde Situationen:

Hey, man möchte doch meinen, Israel hatte gerade genug Herausforderung, oder? Viele Jahrzehnte ägyptische Versklavung, Babymord, Schwerstarbeit. Warum schon wieder diese Schwierigkeiten? Warum wird es jetzt nicht einfacher?

Eine kleine Veränderung im Verhalten

Doch wir sehen in diesen fünf Episoden eine kleine, entscheidende Veränderung im Verhalten des Volkes:

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Und genau das ist es, was Gott dem Volk beibringen möchte. Jetzt. Direkt am Anfang ihrer Unabhängigkeit:

Wenn du in Not bist, wende dich im Gebet an mich.

Eine „normale" kindliche Reaktion ist es, zu schreien, zu meckern, sich zu beschweren. Doch auch wenn das Volk noch im „kindlichen" Zustand ist – das ist die erste wichtige Lektion: Sei positiv, wende dich an Gott, vertraue ihm. Er kann das Meer teilen und zwei Millionen Menschen 40 Jahre lang in der Wüste mit Wasser und Essen versorgen.

Was für eine großartige Lektion. Auch für uns.

Ein Vers mit doppelter Bedeutung

Übrigens liegt diese Botschaft auch versteckt in einem Vers der Wochenlesung:

„Da kamen sie nach Mara; aber sie konnten das Wasser von Mara nicht trinken, denn es war [hebr. hem; wörtlich „sie waren"] sehr bitter."
(2.Mo 15,23)

Der Satz ist doppeldeutig. Zum einen heißt er natürlich: das Wasser war bitter. Doch er kann zusätzlich auch ein Hinweis auf das Volk sein – „sie konnten das Wasser von Mara nicht trinken, denn sie (die Menschen) waren sehr bitter."

Der Baal Schem Tov schreibt dazu, dass Menschen, die innerlich bitter sind, alles negativ sehen. Und gerade wegen dieser bitteren Einstellung des Volkes wirkte das Wasser bitter.


Manchmal ist das Wasser nicht bitter. Wir sind es.

Micha Levzion

Micha Levzion

Micha lebt mit seiner Frau und sieben Kindern in Israel und schreibt auf diesem Blog über die Bibel, das Land und den Glauben. Er liebt es, tief in die Texte zu gehen – und das Entdeckte so aufzubereiten, dass es herausfordert, überrascht und mitten ins Leben trifft.

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