Warum Gott kein Problem mit deinem Zweifel hat

von Micha Levzion  ·  0 Kommentare  ·  Lesezeit: Minuten

Abraham sitzt in der Mittagshitze vor seinem Zelt. Plötzlich tauchen drei Männer auf. Abraham eilt ihnen entgegen, bietet Wasser, Brot und Schatten an. Er weiß noch nicht, dass diese Gäste Engel Gottes sind.

Und dann passiert etwas Unerwartetes. Einer der Männer sagt: „In einem Jahr komme ich wieder – und siehe, deine Frau Sara wird einen Sohn haben.“

Im Hintergrund, im Zelt, hört Sara jedes Wort. Und sie lacht.

Nicht laut. Es heißt: „Sie lachte bei sich selbst.“ Ein stilles, halb ungläubiges, vielleicht auch schmerzhaftes Lachen.

Warum lacht sie?

Sara ist alt. Ihr Körper hat die Zeit der Fruchtbarkeit längst hinter sich. Sie hat viele Jahre gehofft, gebetet, geträumt – und dann gelernt, die Hoffnung zu begraben.

Und jetzt, da sie aufgehört hat zu hoffen, sagt jemand: „Du wirst ein Kind bekommen.“

Wie soll man da nicht lachen?

Es ist das Lachen eines Menschen, der zwischen Glauben und Enttäuschung steht. Zwischen Sehnsucht und Resignation.

Bereschit Rabbah (48:18) erklärt, dass Saras Lachen kein Zeichen des Unglaubens war, sondern ein Ausdruck innerer Spannung – zwischen dem, was sie glaubte, und dem, was sie zu glauben wagte.

Als nächstes wird sie mit dem Lachen konfrontiert: „Warum lacht Sara?“

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Doch es geht hier nicht um Kritik oder Beschämen. Es ist als würde Gott sagen: „Sara, ich kenne dein Lachen. Ich kenne die Müdigkeit, die dahinter liegt. Aber vertraue mir: Ich bin größer als deine Berechnungen.“

Interessant ist: Auch Abraham lachte, ein Kapitel zuvor (Gen 17,17). Aber sein Lachen war anders. Bei ihm kam Freude und Verwunderung zum Ausdruck.

Saras Lachen dagegen hat Tiefe, eine Spur von Bitterkeit und Schmerz.

Das Schöne ist nun zu sehen, wie Gott genau dieses Lachen (und den dazugehörigen Schmerz) nimmt und es verwandelt!

Denn einige Kapitel später, als Isaak geboren wird, sagt Sara: „Gott hat mir Lachen bereitet; jeder, der es hört, wird mit mir lachen!“ (Gen 21,6)

Das erste Lachen war das Lachen des Zweifels. Und das zweite Lachen ist das Lachen der Freude. Und zwischen diesen beiden liegt der Weg des Glaubens!

Ist das nicht stark?

Denn wer von uns lacht nicht manchmal so wie Sara?

Du hörst etwas, das du dir längst abgeschminkt hast – eine neue Chance, Heilung, Veränderung – und irgendwo in dir sagt eine Stimme: „Ach komm, das glaubst du doch selbst nicht mehr.“

Aber genau da, wo du aufgehört hast zu hoffen, kann Gott anfangen zu wirken.

Der Glaube ist kein starrer Zustand. Er ist Bewegung zwischen Vertrauen und Zweifel, Hoffnung und Angst.

Und weißt du was?

Gott scheint kein Problem mit ehrlichen Zweifeln zu haben.

Warum?

Weil Er echte Menschen, die ringen, lachen und hinterfragen bevorzugt – statt solche, die nur so tun, als hätten sie immer alles im Griff.

Vielleicht steckst du gerade in einer Situation, in der du denkst: „Das wird sich nie ändern.“

Vielleicht hast du innerlich schon aufgegeben, dir etwas Bestimmtes zu wünschen, weil du dich nicht wieder enttäuschen willst.

Dann denk an Sara.

Denk daran, dass Gott das Lachen des Zweifels in das Lachen der Freude verwandeln kann.
Dass er dich nicht anklagt, wenn du schwankst – sondern dich einlädt, noch einmal zu vertrauen.

Denn Glauben heißt nicht, keine Zweifel zu haben.

Glauben heißt, trotz der Zweifel den nächsten Schritt zu tun.

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Micha Levzion schreibt aus Israel für Menschen, die tiefer verstehen wollen, ohne sich mit Schlagworten zufriedenzugeben. In „Schalom Israel“ verbindet er Bibeltexte, Einblicke aus dem Land und persönliche Beobachtungen zu Gedanken, die im Kopf bleiben und im Alltag weiterarbeiten dürfen.

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