In der Wochenlesung Wajakhel lesen wir, wie Bezaleel den Bau der Stiftshütte beginnt. Es ist interessant, dass die Torah – schon in der vorherigen Parascha – ausdrücklich Wert darauf legt, dass Gott Bezaleel mit den nötigen Gaben versorgt hat:
„Ich habe ihn mit dem Geist Gottes erfüllt, mit Weisheit und Verstand und Erkenntnis und mit Geschicklichkeit für jede Arbeit, um Kunstwerke zu ersinnen und sie auszuführen in Gold und in Silber und in Erz, und um Edelsteine zum Besatz zu bearbeiten, und um Holz zu schnitzen, sodass er Kunstwerke aller Art ausführen kann."
(2.Mo 31,3-5)
Ein göttlicher „Eingriff" in ein Sklavenvolk
Der Kontext ist wichtig. Wer war das Volk? Ein ehemaliges Sklavenvolk, das nicht in solchen hochqualifizierten Arbeiten ausgebildet war.
Es benötigte also einen göttlichen „Eingriff", damit es überhaupt jemanden gab, der diese Arbeit ausführen konnte. Es ist eines der vielen Wunder, denen wir – manchmal etwas versteckt – in der Bibel begegnen.
Das Besondere für uns: Schauen wir unsere eigenen Fähigkeiten und Begabungen an (oder die unserer Mitmenschen), können wir genauso von Wundern und Geschenken Gottes reden.
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Ja, ich möchte die 7 Verse sehen„Habe… berufen" – ein Verb in der Vergangenheit
Spannend ist auch der Vers, der unmittelbar vorausgeht:
„Siehe, ich habe Bezaleel mit Namen berufen, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamm Juda."
(2.Mo 31,2)
Das Verb „habe… berufen" steht in der Vergangenheit, nicht im Präsens. Rav Mosche Feinstein stellt hier die Frage, wann Gott Bezaleel denn dazu berufen habe. Schließlich lesen wir hier zum ersten Mal von ihm.
Die Antwort, so sagt er, finden wir in den nachfolgenden Versen: Gott hat ihn berufen, indem er ihn mit diesen Gaben und Talenten ausgestattet hatte.
Was bedeutet das für uns?
Auch hier ist die Aussage grandios:
Deine Gaben – das, was Gott dir mitgegeben hat (und auch das, was er dich erleben lassen hat) – zeigen, wozu Gott dich berufen hat.
Berufung ist nicht etwas, das eines Tages vom Himmel fällt. Sie liegt schon in dir. Sie wartet darauf, gesehen zu werden.
Für mich hört sich das nach einer ruhigen Stunde mit Tee, Zettel und Stift an.
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