Noach, die 70 Völker und der achte Tag — eine Symbolik, die alles verbindet

Im heutigen Wochenabschnitt Noach lesen wir von der großen Flut und den Ereignissen, die darauf folgen. Unter anderem werden hier die Nachkommen Noachs aufgelistet. Verbindet man dies mit weiteren Stellen der Tora, wird eine bemerkenswerte Einsicht deutlich.

Es gibt auf der Erde 70 Völker.

Noach, die 70 Völker und der achte Tag — eine Symbolik, die alles verbindet

Die Völkertafel

Diese Zahl ergibt sich aus der „Völkertafel" in 1.Mo 10, wo die Nachkommen Noachs — also die Söhne Schems, Hams und Jafets — und ihre Abstammungslinien aufgezählt werden. Insgesamt ergibt sich eine Zahl von 70 Völkern.

Ein passender Verweis ist 5.Mo 32,8, wo es heißt:

„Als der Höchste den Nationen ihr Erbe gab und die Menschenkinder trennte, da setzte Er die Grenzen der Völker nach der Zahl der Kinder Israels."

Hier wird also Bezug genommen auf die Kinder Israels, die später als 70 Nachkommen Jakobs nach Ägypten zogen (1.Mo 46,27).

Im Laufe der Menschheitsgeschichte haben sich diese Völker vermischt, geteilt oder sind in ganz neuen Kulturen aufgegangen. Dennoch gibt es Nachforschungen, die versuchen, heutige Nationen den ursprünglichen Völkern zuzuordnen. Bei manchen Völkern wird dies im biblischen Kontext schon deutlicher: Mizraim wird mit Ägypten identifiziert, Jawan steht für die Griechen.

Die Verbindung zu Sukkot

Interessant ist diese Völkertafel auch im Zusammenhang mit Sukkot, dem Laubhüttenfest, das bis vor wenigen Tagen sieben Tage lang gefeiert wurde.

Sukkot unterscheidet sich von allen anderen biblischen Festen, weil es in der Schrift ausdrücklich als ein Fest für alle Völker der Erde beschrieben wird:

„Und es wird geschehen: Alle, die übrig geblieben sind von allen Nationen, die gegen Jerusalem gezogen sind, werden Jahr für Jahr hinaufziehen, um den König, den Herrn der Heerscharen, anzubeten und das Laubhüttenfest zu feiern." (Sacharja 14,16)

Hier setzt der Ewige einen eindeutigen Maßstab. Es wird sogar zur Pflicht, dass alle Völker nach Jerusalem kommen:

„Wenn aber jemand von den Geschlechtern der Erde nicht nach Jerusalem hinaufzieht, um den König, den Herrn der Heerscharen, anzubeten, so wird kein Regen auf sie fallen." (Sacharja 14,17)

Warum gerade Sukkot?

Doch warum ist es gerade dieses Fest, das für alle Völker gilt?

Der zentrale Gedanke von Sukkot ist, dem Schöpfer aller Dinge zu danken — für all das Gute, das Er uns schenkt. Ein Gedanke, der jeden Menschen betrifft.

Zudem ist Sukkot besonders, weil an diesem Fest über die sieben Tage verteilt deutlich mehr Dankopfer dargebracht werden als an jedem anderen Festtag.

Und jetzt rate mal, wie viele es sind.

Genau: Es sind 70.

(13 Stiere am ersten Tag, 12 am zweiten, 11 am dritten und so weiter, jeden Tag einer weniger — insgesamt ergibt das 70 Stiere.)

Die Zahl ist kein Zufall. Sie spiegelt die 70 Nationen wider, die der Ewige nach der Sintflut auf der Erde schuf und denen Er das Erbe und die Verantwortung dieser Erde anvertraute.

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Der achte Tag

Aber hier endet die Symbolik nicht.

Denn es folgt ein achter Tag: Schemini Atzeret, was etwa „Versammlung am Achten" bedeutet. Dieser Festtag schließt direkt an Sukkot an. In gewisser Weise steht er eigenständig — man feiert nicht mehr in der Sukka — und doch ist er eng mit Sukkot verbunden.

Und nun rate, wie viele Opfer an diesem Tag dargebracht werden.

Genau eines.

Warum nur ein einziges Opfer?

Weil die Geschichte der Völker nicht bei diesen 70 Nationen stehen bleibt. Mit Awraham, Jizchak und Jaakow wurde eine neue Nation gegründet — das Volk Israel. Dieses Volk steht in einem besonderen Bund mit dem Ewigen, weil es die Tora empfangen hat.

Schemini Atzeret, der achte Tag, ist daher der Festtag, der ganz Israel gewidmet ist. Es ist der Tag, an dem Israel feiert, dass es die Tora erhalten hat. Diese Freude findet in Simchat Tora ihren Ausdruck: Im ganzen Land wird getanzt, die Torarollen werden freudig herumgetragen — ein Fest voller Freude und spiritueller Tiefe.

Die Symbolik ist besonders stark: Schemini Atzeret gilt als eine Art Hochzeitstag, an dem das Volk Israel und die Tora als untrennbar vereint betrachtet werden.

Was vor einem Jahr geschah

Und nun denke daran, was genau vor einem Jahr an diesem Tag passiert ist.

Die Feier und die Freude, die Hochzeitsstimmung, wurden auf schändlichste Weise gestört und zerstört.

Vielleicht dachten die Terroristen — und alle, die daran teilnahmen — dass das jüdische Volk an diesem Tag abgelenkt sei und schlecht und spät reagieren würde. Was tatsächlich geschah. Doch sie haben möglicherweise nicht darüber nachgedacht, was sie im geistlichen Sinne angerichtet haben. Und wen sie sich dabei mehr als jemals zuvor zum Feind gemacht haben.


Wenn die Zahlen sprechen, dann hören wir mehr als Mathematik. Wir hören Bund.

Micha Levzion

Micha Levzion

Micha lebt mit seiner Frau und sieben Kindern in Israel und schreibt auf diesem Blog über die Bibel, das Land und den Glauben. Er liebt es, tief in die Texte zu gehen – und das Entdeckte so aufzubereiten, dass es herausfordert, überrascht und mitten ins Leben trifft.

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