In der Wochenlesung Ki Tissa (2.Mo 30,11 – 34,35) lesen wir vom Vorfall mit dem Goldenen Kalb. Was war passiert?
Mose ist nicht da und scheint vom Gipfel des Berges Sinai nicht zurückzukommen. (Sie hätten nur einen Tag länger warten müssen.) Unten wartet das Volk – ungeduldig und ängstlich. Was passiert, wenn der, der bisher gesagt hat, was sie tun sollen, nicht mehr zurückkommt?
Als Ersatz dient am Ende ein Goldenes Kalb. Die Einflüsse aus Ägypten lassen grüßen.
Mehr als ein Fehltritt
Doch diese Geschichte ist mehr als ein Bericht über einen kollektiven Fehltritt. Sie ist ein tiefgründiges Lehrstück über die menschliche Natur – und letztendlich über Vergebung.
Nach dem Fehltritt des Volkes könnte man erwarten, dass die Geschichte hier endet. Gott hat fertig mit dem Volk. (Tatsächlich ist er im Begriff, genau dies zu tun.) Doch es passiert nicht.
Stattdessen zeigt uns Mose in tiefer Fürbitte, was es bedeutet, sich für andere einzusetzen. Er bittet intensiv um Vergebung. Und das Volk folgt seinem Beispiel (vgl. 2.Mo 33,4ff).
Nach der Offenbarung Gottes an den Menschen ist es nun also die Aufgabe des Volkes, die Beziehung wieder zu retten. Und durch Umkehr ist dies möglich.
Und dann vergibt Gott. Tatsächlich und vollständig. Denn danach geht es mit dem eigentlichen Ziel weiter: dem Weg ins Verheißene Land.
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Doch da ist noch mehr. Mose erbittet die Nähe Gottes, eine direkte Begegnung. Und Gott gewährt ihm diese.
In dieser intensiven Begegnung – in der Gott sein Wesen und seine Eigenschaften beschreibt – darf Mose Gott „von hinten" sehen. Interessant, oder? Ist das nicht oft auch in unserem Leben so?
Wir erkennen Gottes Wirken nicht im Moment des Geschehens, sondern im Rückblick. Wenn wir sehen, wie wir durch schwierige Zeiten getragen wurden. Auch in diesem Suchen nach der Nähe zu Gott kann Mose uns Vorbild sein.
Worum es eigentlich geht
Ki Tissa ist die Geschichte von Sünde und Vergebung. Von Wiederherstellung. Und von Beziehung. Denn letztendlich ist es die Beziehung – die zu Gott, zu anderen und zu uns selbst –, die zählt.
Drei Fragen zum Mitnehmen
- Von welchen Einflüssen lassen wir uns negativ prägen?
- Welcher Schritt auf Gott zu ist von uns gerade nötig?
- In welchen Zeiten hast du Gottes Tragen erst im Rückblick gesehen?
Am Ende wird uns berichtet, dass Moses Gesicht geleuchtet hat. Was hat dieses Leuchten bewirkt? Die Kommentare bieten unterschiedliche Ideen: die intensive Beziehung zwischen Mose und Gott; der Schutz, weil Gott Moses Augen zugehalten hat, als er an ihm vorbeizog; oder das aufopfernde Eintreten für Israel.
Vielleicht ist es alles drei. Vielleicht ist Leuchten immer das, was bleibt, wenn ein Mensch Gott begegnet ist.
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