Spirituelle Geldwäsche: Was Gott nicht annimmt

In der Wochenlesung Ki Teizei finden wir einen auf den ersten Blick ziemlich seltsamen Vers (5.Mo 23,19). Dort steht sinngemäß:

„Du sollst den Lohn einer Hure und den Preis eines Hundes nicht in das Haus des Ewigen, deines Gottes, bringen für irgendein Gelübde. Denn auch diese beiden sind ein Gräuel für den Ewigen, deinen Gott."

Spirituelle Geldwäsche: Was Gott nicht annimmt

Der erste Teil ist klar

Halten wir kurz inne. Der erste Teil ist recht selbsterklärend. Geld, das aus Prostitution stammt, ist mit Entehrung und Ausbeutung behaftet. Es ist klar, warum man so etwas nicht für heilige Zwecke wie den Kauf eines Opfertieres verwenden sollte.

Aber was ist mit dem „Preis eines Hundes"? Das klingt für uns heute komisch, wo Hunde oft unsere besten Freunde und geliebte Familienmitglieder sind.

Hier brauchen wir ein wenig Hintergrundwissen. Im alten Orient waren Hunde nicht die süßen Schoßtiere von heute. Sie waren oft wilde Aasfresser oder wurden als bösartige Wach- und Kampfhunde abgerichtet, die eine echte Gefahr für die Menschen darstellten. Der „Preis eines Hundes" bezog sich also wahrscheinlich auf Geld, das durch den Verkauf eines solchen gefährlichen Tieres verdient wurde.

Was haben beide gemeinsam?

Sie stehen für Geld, das auf eine Weise verdient wurde, die unehrenhaft, schmutzig und potenziell schädlich für andere ist.

Und hier kommt die tiefere Lektion, die heute vielleicht relevanter ist als je zuvor. Die Tora lehrt uns ein Prinzip, das man als Verbot der „spirituellen Geldwäsche" bezeichnen könnte.

Gott sagt hier ganz klar: „Nein, danke." Er möchte keine Spende, die aus einer unehrlichen oder schädlichen Handlung stammt. Eine schlechte Tat wird nicht dadurch „reingewaschen", dass man versucht, ihr Ergebnis zu heiligen. Die unehrliche Handlung bleibt unehrlich. Der Schaden, der jemandem zugefügt wurde, bleibt bestehen.

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Der Zweck heiligt nicht die Mittel

Die Tora zeigt uns damit einen fundamentalen Grundsatz der Ethik: Der Zweck heiligt nicht die Mittel.

Wenn wir jemandem Unrecht getan haben, sei es durch unehrliches Handeln, verletzende Worte oder Betrug, dann kann das nicht durch eine Spende oder eine andere „heilige" Handlung gesühnt werden. Das wäre ein Versuch, eine Abkürzung an der echten Reue und Wiedergutmachung vorbeizunehmen.

Der einzige Weg, einen Fehler wiedergutzumachen, der einem anderen Menschen geschadet hat, ist zurückzugehen, sich aufrichtig zu entschuldigen und den Schaden so gut wie möglich zu beheben.

Wo Heiligkeit wirklich beginnt

Heiligkeit beginnt nicht erst am Altar oder im Spendenkorb. Sie beginnt in unserem Alltag, in unserer Ehrlichkeit, in der Art und Weise, wie wir unser Geld verdienen und wie wir miteinander umgehen.

Gott möchte keine Almosen aus schmutzigen Händen. Er möchte saubere Hände und ein reines Herz.


Ein Gedanke, der uns daran erinnert, wo wahre Rechtschaffenheit wirklich anfängt.

Micha Levzion

Micha Levzion

Micha lebt mit seiner Frau und sieben Kindern in Israel und schreibt auf diesem Blog über die Bibel, das Land und den Glauben. Er liebt es, tief in die Texte zu gehen – und das Entdeckte so aufzubereiten, dass es herausfordert, überrascht und mitten ins Leben trifft.

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