Worte haben Macht. Sehr viel Macht. Die Bibel verdeutlicht das an vielen Stellen.
Mindestens genauso offensichtlich wird es in der heutigen Wochenlesung Schelach.
Der Hintergrund: Zwölf Kundschafter
Die Parascha berichtet von zwölf israelischen Kundschaftern (Spionen), die das Verheißene Land unter die Lupe nehmen und anschließend dem restlichen Volk Bericht bringen.
Dabei reden zehn von ihnen sehr schlecht über das Land und das Vorhaben, dorthin zu gehen. Das Volk lässt sich davon anstecken. Ein riesiger Tumult. Eine Revolte.
Doch dann greift Gott ein. Und die Auswirkungen sind verheerend. Die zehn Spione sterben. Dem schimpfenden Volk (alle Männer über 20) wird verboten, das Land jemals zu betreten. Und das ganze Volk muss weitere 39 Jahre durch die Wüste ziehen.
Was für eine Ernüchterung.
Was war das eigentliche Vergehen?
Zunächst auf jeden Fall fehlendes Vertrauen.
Obwohl das Volk so viel mit Gott erlebt hat (die zehn Plagen, der Auszug aus Ägypten, viele Wunder in der Wüste, die Offenbarung am Sinai), vertraut es ihm nicht, dass Israel gegen Riesen und starke Völker bestehen kann.
Doch zusätzlich: Die Spione sprechen schlecht über das Land.
Und das hat starke Konsequenzen, weil es eine Form von Lashon Hara ist (die Sünde des schlechten Redens). Denn auch das schlechte Reden über den Besitz eines anderen gehört zu Lashon Hara.
Die Tora sagt sehr deutlich, dass das Land Israel keinem Volk gehört, sondern dass es das Land Gottes ist:
„Das Land gehört mir, und ihr seid Fremdlinge und Gäste bei mir." (3.Mo 25,23b)
Natürlich ist die ganze Erde Gottes Eigentum (vgl. 2.Mo 19,5), doch das Land Israel ist es im Speziellen.
Das heißt: Die zehn Kundschafter haben gegen den Besitz Gottes gesprochen und damit nebenbei ein ganzes Volk angestachelt.
Schon oft haben wir hier in Israel diesen Hinweis gehört: Wir müssen gut darauf aufpassen, wie wir über das Land Israel sprechen.
(Wie extrem ist dieser Punkt, wenn man sich überlegt, was gerade auf der ganzen Welt passiert.)
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Ja, ich möchte die 7 Verse sehenDer zweite Aspekt: Worte über uns selbst
Die Worte, die das Volk auf den Bericht der Spione spricht, sind sehr deutlich:
„Ach, dass wir doch im Land Ägypten gestorben wären oder noch in dieser Wüste sterben würden! Und warum führt uns der Ewige in dieses Land, dass wir durch das Schwert fallen und dass unsere Frauen und unsere kleinen Kinder zum Raub werden?" (4.Mo 13,2-3)
Das Volk spricht über sich selbst aus, dass es doch lieber in der Wüste sterben würde.
Puh.
Die Antwort Gottes lautet:
„So wahr ich lebe, spricht der Ewige: Ich will genauso an euch handeln, wie ihr vor meinen Ohren geredet habt!" (4.Mo 14,28)
Das ist sehr heftig. Und auch aufschlussreich.
Bedeutet das, dass immer genau das passiert, was wir reden? Nein, natürlich nicht. Aber es zeigt, dass Gott sehr auf unsere Worte achtet. Selbst wenn sie in irgendeiner Emotion „daher gesagt" wurden.
Worte haben Macht. Umso mehr sollten wir sie zum Guten nutzen.
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