Wichtige Aufgaben wegen dunklen Stunden

von Micha Levzion  ·  0 Kommentare  ·  Lesezeit: Minuten

In der dieswöchigen Wochenlesung (Miketz) wird eine dramatische Wendung in der Geschichte von Josef und seinen Brüdern erzählt.

Nachdem die zehn älteren Söhne Jakobs das erste Mal nach Ägypten gereist sind, kehren sie mit Nahrung zurück – allerdings nur noch zu neunt, da Simeon dortbleiben musste.

Zudem gibt es eine schwere Bedingung: Sie dürfen nur dann erneut Getreide kaufen, wenn sie ihren jüngsten Bruder Benjamin mitbringen.

Jakob, der seinen geliebten Josef verloren hat, ist tief besorgt. Benjamin ist der letzte Sohn von Rachel, seiner verstorbenen Frau, und sein Herz hängt an ihm. Die Vorstellung, Benjamin auf eine riskante Reise zu schicken (so wie Josef damals), erfüllt ihn mit Angst. Deshalb lehnt er entschieden ab.

Zwei seiner Söhne versuchen, seine Zweifel zu zerstreuen. Ruben, der Erstgeborene, probiert es zuerst. Doch Jakob akzeptiert nicht.

Doch einige Zeit später gelingt es dann Juda, das Vertrauen seines Vaters zu gewinnen.

Warum schafft er es, aber nicht Ruben?

Dafür gibt es sicherlich mehrere Gründe. (Zum Beispiel, weil die Not nun, da die Nahrung beinahe aufgebraucht ist, viel größer ist.)

Doch ein Punkt ist sehr interessant:

Rabbi Meir Zlotowitz erklärt, dass Juda in einer ganz besonderen Position ist: Er weiß, wie es ist, zwei Söhne zu verlieren. Er kann also den Schmerz und die Sorgen von Jakov so nachempfinden, wie kein anderer in der Familie.

Und diese (äußerst schmerzhafte) persönliche Erfahrung und seine aufrichtige Zusicherung, Benjamin sicher nach Hause zu bringen, überzeugen Jakob schließlich. Das ist durchaus nachvollziehbar, da man jemanden viel eher etwas anvertraut, wenn dieser die Bedeutung des Ganzen wirklich nachvollziehen und nachempfinden kann!

Generell hat die Erfahrung, der Verlust der beiden Söhne, und auch die Erlebnisse mit Tamar (1.Mose 38), eine große Veränderung in Juda herbeigeführt. Er ist nicht mehr derselbe Mann, wie noch beim Verkauf von Josef.

Und diese Transformation bringt ihn dazu, Verantwortung zu übernehmen – nicht nur für Benjamin, sondern für die gesamte Familie.

Und so wird Juda schließlich zum Anführer und Vorbild, zum Stammvater des Königtums in Israel.

Manchmal entstehen aus unseren schwersten Erfahrungen wichtige Aufgaben.

Juda hätte seine Verluste und Fehler in Bitterkeit versinken lassen können. Doch er entschied sich, sie zu nutzen, um Verantwortung zu übernehmen und für andere einzutreten.

Dies zeigt so schön, dass unsere dunkelsten Stunden oft auf die Mission vorbereiten, die wir in der Welt haben.

Niederlagen oder Verluste können dann plötzlich ganz anders erscheinen.

7 übersehene Bibelverse mit gewaltiger Wirkung in deinem Alltag

Mutige Worte, die dir erlauben, anders zu leben, als alle es von dir erwarten.

Du wünschst dir, klarer, mutiger und näher an Gottes Herz durch deinen Alltag zu gehen?

Micha Levzion schreibt aus Israel für Menschen, die tiefer verstehen wollen, ohne sich mit Schlagworten zufriedenzugeben. In „Schalom Israel“ verbindet er Bibeltexte, Einblicke aus dem Land und persönliche Beobachtungen zu Gedanken, die im Kopf bleiben und im Alltag weiterarbeiten dürfen.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Benötigte Felder sind markiert.

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}