Es ist soweit. Der erste Teil der Reihe Jirat Schamajim – die Furcht des Himmels ist da. In 22 Teilen gehen wir von Aleph bis Tav durch das hebräische Alphabet und verknüpfen mit jedem Buchstaben einen Aspekt der Gottesfurcht.
Heute, im ersten Teil, geht es um das Aleph und damit um Emunah (אֱמוּנָה), den Glauben. Denn bevor du Gott fürchten kannst, musst du ihn für wirklich halten. So selbstverständlich das klingt, so wenig ist es das.
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Das Transkript zum Nachlesen
Herzlich willkommen bei diesem Kurs. In 22 Teilen gehen wir von Aleph bis zu Tav und verbinden Grundlagen des Glaubens mit dem Thema Gottesfurcht. Heute, im ersten Teil, geht es um das Aleph und damit um Emunah.
Bevor du Gott fürchten kannst, musst du ihn für real, für wirklich halten. Das klingt selbstverständlich, ist es aber gar nicht. Und darum geht es heute in unserem ersten Kursteil.
Wir starten mit dem Buchstaben Aleph und mit dem Wort Emunah, dem Glauben. Und das ist das Fundament von allem, auf dem wir alles andere aufbauen. Gott ist kein Konzept, Gott ist keine Theorie, sondern Gott ist wirklich da.
Und bei Emunah geht es darum, dass wir wegkommen von dem „Ich glaube das" hin zu dem „Ich verhalte mich, als ob". Und du merkst darin: Es geht um das Leben, es geht um den Alltag, es geht um das, was ich jeden Tag tue, wie ich denke, wie ich fühle. Habakuk schreibt dazu: Der Gerechte wird aus dem Glauben leben.
Der Stichpunkt ist hier „Leben". Es geht um den Alltag, es geht um das Jetzt und Hier. Und darum ist das das Fundament dieses ganzen Kurses, von Gottesfurcht: dass wir wissen, Gott ist jederzeit hier. Wir nehmen ihn mit in unseren Alltag, Gott ist immer da.
Das ist die Grundlage, das Fundament, auf dem wir die einzelnen Steine von Gottesfurcht bauen. Und das äußert sich in vielen, vielen Mikro-Momenten im ganzen Alltag. Wenn ich in irgendeinem Streit bin oder in einer Diskussion, zu wissen: Gott ist hier — dann verhalte ich mich ganz anders.
Wenn ich mitten im Stau stehe und vielleicht darüber schimpfen möchte, aber ich weiß: Gott ist hier — vielleicht sollte ich dann ein bisschen auf meine Worte achten. Oder wenn es mir gerade nicht so gut geht: zu wissen, Gott ist da. Das macht einen großen Unterschied. Und das ist vielleicht die erste Übung für jetzt, die erste Phase in dem Kurs: zu überlegen, wo diese Mikro-Momente im Alltag sind, in denen ich mir vergegenwärtigen darf: Gott ist da.
Gott existiert. Er ist im Alltag, er ist in meinem Leben. Und was macht das für einen Unterschied für mich, jetzt, hier, in diesem Moment? Vielleicht ist das eine Idee: direkt am Morgen, wenn man aufwacht, den ersten Gedanken zu nutzen mit „Gott ist da, auch heute wird er den ganzen Tag da sein". Vielleicht machst du dir einen Merkzettel ans Bett und übst das ein bisschen ein, einfach diesen Gedanken mitzunehmen — vielleicht sogar in die Tasche stecken und immer wieder draufschauen: Wir sind im Alltag, Gott ist da.
Also: Jirat Schamajim, Gottesfurcht, fängt nicht im großen Donner an, mit einer Erkenntnis von Gott als dem furchteinflößenden Gott, sondern sie fängt in den Mikro-Momenten an, im Alltag, wo wir erkennen: Gott ist da. So einfach das auch klingt, so groß kann der Unterschied sein in unserem Alltag. Das ist das Fundament, darauf bauen wir alles auf.
Ich freue mich sehr, dass du dabei bist. Bleib unbedingt dran, ich bin selbst schon sehr gespannt auf all die Kursteile, die noch folgen werden. Und wir sehen uns beim nächsten Mal, beim Buchstaben Bet.
Schalom Micha, eine sehr wertvolle „Einführung" in dieses Thema. Danke für den Schups – viel zu lange habe ich die bewusste Gegenwart G-TTES „vergessen". Na, eigentlich nicht wirklich vergessen, aber nicht täglich und wiederholt bewusst gemacht. Es ist richtig, dieses Bewusstsein schenkt Ruhe, Sicherheit und Wissen. Das Leben verläuft so in einer guten Bahn. Hab vielen Dank!
Schalom liebe Angelika, hab Dank für diese offenen Worte. Du sprichst etwas Wichtiges an: Es geht selten ums Vergessen, sondern ums tägliche, bewusste Wieder-Vergegenwärtigen. Genau da liegt die ganze Kraft. Und schön, dass du selbst beschreibst, was daraus wächst: Ruhe, Sicherheit, eine gute Bahn. Das ist Jirat Schamajim, ganz praktisch. Herzliche Grüße, Micha
So schön, dass Du diese Reihe begonnen hast! Ich beschäftige mich gerade mit den sieben Geistern Gottes. Ehrfurcht klingt so groß und Du hast sie ganz einfach runtergebrochen. Danke! Während ich Dir zuhörte kam mir Sacharja 8,23 und damit das ganze 8. Kapitel. Das ist wunderbar. Schalom Israel
Schalom liebe Inge, was für eine schöne Spur, die du da ziehst. Die sieben Geister Gottes aus Jesaja 11 gipfeln ja gerade in der „Ruach Jirat HaSchem", dem Geist der Furcht des Ewigen. Sie ist nicht der kleinste der sieben, sondern eher das Gefäß, das die anderen sechs überhaupt hält. Insofern bist du mit deiner Beschäftigung genau am richtigen Ort. Und dass dir dabei Sacharja 8 kam, finde ich wunderbar stimmig: Am Ende greifen die Völker nach dem Gewand des Juden, „denn wir haben gehört, dass Gott mit euch ist" (8,23). Gottesfurcht und dieses „Gott ist mit euch" gehören zusammen. Danke, dass du das hierher getragen hast. Herzlich, Micha