Zwei Wörter, ein Ort

Ein einzelnes Wort findet sich im Text der Tora fast immer. Interessant wird es erst, wenn zwei zusammengehörige Wörter dicht beieinander stehen. Und wenn man nachschaut, an welcher Stelle das passiert.

Deutsche Eingaben werden lautlich ins Hebräische übertragen, hebräische Buchstaben gehen direkt. Lässt du das zweite Feld leer, wird nur nach dem ersten Wort gesucht.

Zum Ausprobieren:

Warum zwei Wörter mehr sagen als eines

Der Text der fünf Bücher besteht aus über dreihunderttausend Buchstaben. Wer darin jede Schrittweite durchprobiert, findet fast jedes kurze Wort, und zwar tausendfach. Ein einzelner Fund sagt deshalb nichts.

Anders liegt es bei Paaren. Wenn zwei Wörter, die inhaltlich zusammengehören, auch im Text eng beieinander auftauchen, ist das eine handfestere Beobachtung. Genau so hat die bekannte Untersuchung von 1994 gearbeitet: Sie suchte Namen von Gelehrten zusammen mit ihren Lebensdaten.

Und warum daneben eine zweite Zahl steht

Auch enge Paare sind zu erwarten. Wie viele, hängt davon ab, wie oft jedes Wort einzeln vorkommt und wie weit sich seine Funde erstrecken. Diese Zahl steht neben dem Ergebnis.

Der Vergleich ist die eigentliche Auskunft. Liegen beide Zahlen nah beieinander, war der Fund zu erwarten. Liegt die gefundene Zahl deutlich darüber, ist das bemerkenswert und einen zweiten Blick wert.

Zur Einordnung gehört auch dies: Die Untersuchung von 1994 wurde 1999 in derselben Fachzeitschrift widerlegt. Kritiker fanden mit demselben Verfahren vergleichbare Paare in Moby Dick und in Krieg und Frieden. Wer sucht, findet.

Der eine Fund, der überliefert ist

Es gibt eine alte Beobachtung, die allem Rechnen vorausgeht. Beginnt man in Bereschit beim ersten Taw und liest jeden fünfzigsten Buchstaben, ergibt sich das Wort Tora. In Schemot gelingt dasselbe. Diese Beobachtung stammt aus der Auslegungstradition, lange vor jedem Computer. Gib תורה allein ein, dann steht sie in der Liste.

Wo die Tiefe der Tora ohne Rechnerei liegt, steht in der Wochenlesung und im Blog: in ihrem Aufbau, ihren Wortspielen, ihren Wiederholungen.

Textgrundlage: Miqra nach der Masora, bereitgestellt über Sefaria (CC BY-SA), ursprünglich hebräisches Wikisource. Der Konsonantenbestand dieser Ausgabe weicht geringfügig von der überlieferten Zahl einer Torarolle ab.